Emotionales Essen

Der Begriff Emotionales Essen taucht in der medizinischen Klassifizierung zum Thema Essstörungen bisher nicht auf. SEHNSUCHT UND HUNGER verwendet diese Bezeichnung, da er diejenigen Menschen mit einbezieht, die unter ihrem Essverhalten leiden, ohne jedoch die Kriterien der bisherigen offiziellen Definition von Essstörungen zu erfüllen.

Was ist Emotionales Essen?

Wenn Menschen mehr essen, als ihr Körper braucht, dann essen sie emotional und ihre Seele hungert. Emotionale Esser nehmen die Nahrung zu sich, obwohl sie keinen Hunger verspüren. Sie versuchen sich mit dem Essen unangenehme Gefühle abzudämpfen.

Emotionale Esser verzehren beispielsweise Schokolade am Abend vor dem Fernseher oder essen Käsebrote bei der Arbeit, obwohl sie keinen körperlichen Hunger verspüren. Körperlich brauchen diese Personen keine Nahrung, trotzdem greifen sie zu.

Emotionales Essverhalten kann auch bedeuten, dass eine Mahlzeit hungrig begonnen wird und man mit dem Essen nicht aufhören kann, obwohl der Körper signalisiert, dass er längst genug hat. Es ist also kein biologischer, kein körperlicher Hunger, der zum Essen auffordert. Es ist etwas Anderes, das zum Essen auffordert und dies hat mit tiefer liegenden Gründen zu tun, nämlich mit unseren Emotionen, die im Körper sitzen.

Jeder Mensch isst zuweilen emotional. Auch natürlich schlanke Menschen essen manchmal mehr, als ihr Körper braucht. Der Unterschied zwischen normalem Essverhalten und einer Emotionalen Essstörung liegt darin, dass es bei natürlich schlanken Menschen erstens nicht regelmäßig vorkommt und sie sich zweitens keine Gedanken darüber machen, wie sie die aufgenommenen Kalorien wieder loswerden. Eine angemessene Kalorienaufnahme pendelt sich bei ihnen auf natürliche Weise von allein wieder ein.

Emotional essende Menschen – ganz gleich ob Frauen oder Männer – haben kein entspanntes Verhältnis zur Nahrungsaufnahme. Bei den meisten von ihnen treten regelmäßig Essanfälle auf. Es gibt aber auch Menschen, die keine Essattacken haben, sondern einfach permanent aufpassen, was und wie viel sie zu sich nehmen. Ob jemand normal- oder übergewichtig ist, spielt bei einer emotionalen Essstörung keine Rolle.