Essstörung

Was ist eine Essstörung?

Unter dem Oberbegriff „Essstörung“ wird eine permanente gedankliche oder emotionale Beschäftigung mit dem Thema Essen verstanden. Äußern kann sich dies sowohl in einer Nahrungsverweigerung als auch in einer dauerhaft über das Maß hinausgehenden Kalorienaufnahme. Gemäß medizinisch-therapeutischer Kategorisierung müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, um von einer Essstörung zu sprechen. Zu den häufigsten Formen von Essstörungen gehören: Magersucht, Ess-Brech-Sucht und das Binge Eating.

Es gibt jedoch viele Menschen, deren Essverhalten den offiziellen Kriterien nicht entspricht und die dennoch ein Essproblem haben, unter dem sie sehr leiden. Das kann sowohl übergewichtige als auch normalgewichtige Personen betreffen. So gibt es beispielsweise übergewichtige Personen, die keine ungewöhnlich großen Mengen an Nahrungsmitteln in kürzester Zeit zu sich nehmen (wie beim Binge-Eating). Die Essstörung äußert sich bei ihnen dadurch, dass sie über den gesamten Tag verteilt kontinuierlich mehr essen, als ihr Körper braucht. Oder es gibt Menschen, die kein Übergewicht haben, ihr Gewicht jedoch nur durch Verhaltenskontrolle wie Diäten, Sport oder andauernde Selbstdisziplin halten können (ohne untergewichtig zu sein oder sich zu erbrechen). Da die Personen ohne diese Reglementierungen an Gewicht zunehmen, heißen sie bei SEHNSUCHT UND HUNGER „dünne Dicke“.

Dies sind Beispiele, die unter heutigen medizinisch-therapeutischen Aspekten nicht in der Klassifikation Essstörung erfasst werden, obwohl sich diese Menschen stark von ihrem Essproblem in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen und darunter leiden. Jeder Mensch ist anders und somit äußert sich auch sein Essproblem individuell.

Alle Betroffenen haben jedoch gemeinsam, dass das Essen als Ersatzbefriedigung für eine tieferliegende, emotionale Sehnsucht dient. Bei SEHNSUCHT UND HUNGER wird der Begriff Essstörung daher durch den Begriff „Emotionales Essen“ ergänzt bzw. ersetzt (siehe Rubrik "Emotionales Essen").

Was ist Emotionales Essen?

Obwohl wir körperlich satt sind, essen wir. So verzehren wir beispielsweise die Schokolade am Abend vor dem Fernseher oder das Käsebrötchen bei der Arbeit, obwohl wir keinen körperlichen Hunger verspüren. Wir brauchen noch keine Nahrung, trotzdem greifen wir zu.

Emotionales Essverhalten kann aber auch bedeuten, dass wir eine Mahlzeit hungrig beginnen und dann mit dem Essen nicht aufhören können, obwohl unser Körper uns signalisiert, dass er längst satt ist. Es ist also kein biologischer, kein körperlicher Hunger, der uns zum Essen auffordert, sondern es hat mit tiefer liegenden Gründen zu tun, nämlich mit unseren Gefühlen. Deshalb spreche ich in diesem Zusammenhang von Emotionalem Essen.

Jeder Mensch isst zuweilen emotional. Auch natürlich schlanke Menschen essen manchmal mehr, als ihr Körper braucht. Der Unterschied zwischen normalem Essverhalten und einer emotionalen Essstörung liegt darin, dass es bei natürlich schlanken Menschen erstens selten vorkommt und sie sich zweitens keine Gedanken darüber machen, wie sie die aufgenommenen Kalorien wieder loswerden können. Es pendelt sich bei ihnen auf natürliche Weise von allein wieder ein.

Emotional essende Menschen hingegen kontrollieren sich beim Essen und haben dadurch kein entspanntes Verhältnis dazu. Bei den meisten von ihnen treten regelmäßig Essanfälle auf. Es gibt aber auch Menschen, die keine Essattacken haben, sondern einfach permanent aufpassen, was und wie viel sie zu sich nehmen. Ob jemand normal- oder übergewichtig ist, spielt bei einer emotionalen Essstörung keine Rolle.

SEHNSUCHT UND HUNGER richtet sich an alle Menschen, die ein emotionales Essproblem haben. Ziel ist es, das eigene Wohlfühlgewicht zu erreichen und es entspannt halten zu können.

SEHNSUCHT UND HUNGER zeigt Wege auf, wie man an die tiefer liegenden Gründe für das Essverhalten kommt und diese bearbeitet, sodass der Teufelskreis aufgelöst und man wieder normal und selbstbestimmt essen und leben kann. 

Obwohl sich der grundsätzliche Ansatz von SEHNUCHT UND HUNGER auch an Menschen mit Magersucht richtet, sind die Seminare von ihrem Aufbau her nicht auf diese Essstörung ausgerichtet. Diese Art des Essproblems erfordert eine andere Herangehensweise und ist deshalb nur in Einzeltherapie möglich.